Sie braucht uns nicht, aber wir brauchen sie.
Der Kopf ist rund, damit das Denken die Richtung wechseln kann.Franzis Picabia um 1922
Die Rohstoffvorräte der Erde sind endlich. Diese eigentlich banale Feststellung
ist keine Konstante im menschlichen Denken. Periodisch wird sie wahrgenommen oder
verdrängt. Die letzte Wahrnehmungsphase datiert auf die 1980er Jahre. Danach wurde
zehn Jahre lang verdrängt. Mit dem neuen Jahrtausend kommt die Erkenntnis von Endlichkeit
zurück. Die natürliche Nebenwirkung sind steigende Preise. Eine ganze Industrie von
Glücksrittern versucht an den Börsen, Profit aus den knappen Ressourcen zu schlagen
und treibt dabei die Preise weiter aufwärts. Verbraucher sind nicht amüsiert. Sie
fordern billigere Preise. Die wären aber nicht gut für das Erdklima. Denn sie beschleunigten
die Verschwendung der endlichen Ressourcen und die Verwüstung des menschlichen Lebensraums.
Der Lebensraum hat bereits gelitten. Den Schaden in Form von extremen Wetterverhältnissen
bekommen weltweit alle Menschen zu spüren. Verursacht wird er durch einige wenige Länder.
Deutschland gehört dazu. Knapp 60 Prozent der Primärenergie werden von weniger als 20
Prozent der Weltbevölkerung verbraucht. Bezieht man China und die GUS-Staaten mit ein,
teilen sich 42 Prozent der Weltbevölkerung 77 Prozent des Primärenergiekuchens.
Der Hunger nach Energie wird immer größer, denn er verspricht wirtschaftlichen Wohlstand.
Aber Wohlstand für alle kann und wird es angesichts der explodierenden Weltbevölkerung
nie geben. In den ersten zwei Millionen Jahren der Menschheitsgeschichte stieg ihre
Population auf eine Milliarde an. Die zweite Milliarde kam in lediglich 100 Jahren hinzu.
Für die Weltbevölkerung war genug Energie vorhanden. Um die dritte Milliarde zu vervollständigen,
brauchten wir Menschen nur noch 30 Jahre. Die vierte Milliarde wurde 15 Jahre später erreicht.
Das war um 1975. Um 2020 wird sich die Bevölkerung abermals auf dann acht Milliarden
Menschen verdoppelt haben. Alle wollen sie an die verbleibenden Energieressourcen herankommen.
Dass Angebot und Nachfrage nicht aufgehen können, ist ein Fakt.
Der Mensch wäre nicht Mensch, wenn er keine Lösung für das Dilemma fände. Diese Lösung
wird gemäß Zeitgeist in der Technik gesucht. Auf Sonne, Wind und nachwachsenden Rohstoffen
ruhen große Hoffnungen. Berechnungen zeigen klare Grenzen für die Alternativen. Weder der
aktuelle geschweige denn der zukünftige Bedarf werden im erforderlichen Stil durch neue
Energieträger ersetzt werden. Mögliche Anteile von 20 Prozent sind unzureichend für eine
nachhaltige Energieversorgung. Mehr ist aber technisch auf Basis des heutigen Verbrauchsverhaltens
gar nicht machbar. Angesichts der wachsenden Weltbevölkerung liegt es auf der Hand, dass
auf dem Acker ein gewaltiger Interessenskonflikt zwischen Nahrung und Energie heranwächst.
Die Verfeuerung von Biokraft- und Brennstoffen ist zudem kaum besser für die Umwelt als die
Nutzung von Erdöl und Erdgas. Es gibt keinen Zweifel. Das menschliche Verbrauchsverhalten
muss sich ändern.
In Deutschland werden rund 56 Prozent der eingesetzten Primärenergie ungenutzt in die Atmosphäre
entlassen. Allein bei der Stromerzeugung werden rund 22 Prozent der Primärenergie verschleudert.
Gut 60 Prozent der Endenergie werden für Straßenverkehr und Raumwärme aufgewendet. Mit bekannten
Techniken wie Drei-Liter-Auto, verbesserter Wärmedämmung, moderner Heizungsanlage und bewusstem
Heizverhalten wäre eine Reduzierung dieses Endenergieverbrauchs um ein Drittel leicht möglich.
Hier hat der Verbraucher die ungeteilte Macht einzugreifen.
esytrol ist ein Instrument für Ölheizungsbesitzer, das die Aufzeichnung des Verbrauchs und
die Identifizierung von Verschwendung ermöglicht. Es soll helfen, Einsparmaßnahmen gezielt
in Angriff zu nehmen und Geld zu sparen. Denn die beste Antwort auf hohe Energiekosten ist
die Senkung des Bedarfs. Sie ist gut für das Portemonnaie und für die Umwelt. Und sie ist
ein Gebot der Fairness gegen über der Menschheit.
Klaus Bergmann
Geschäftsführer esyoil GmbH